Meine Geschichte
Ich bin Julia, 20 Jahre, Gründerin aus Wehringen, kreativ seit ich denken kann und jemand, der schon immer lieber gemacht als gewartet hat.
Doch meine Geschichte beginnt nicht mit einem großen Plan – sondern mit einem gesundheitlichen Tiefpunkt.
Ich habe meine Jugend verpasst:
Mit ca. 16 Jahren habe ich eine Essstörung entwickelt. Ich habe immer mehr Lebensmittel vermieden. Keine Kohlenhydrate, keine Fette, fast nur Gemüse und Light Produkte.
Meine Ernährung bestand aus Salat, Gurke und High Protein Joghurt.
Ich habe extrem viel Sport gemacht, um alles Essen wieder zu kompensieren. (mache immer noch viel Sport, aber nicht weil ich muss, sondern weil ich es liebe)
Irgendwann habe ich keine Geburtstage mehr wahrgenommen, aus Angst ich muss was essen und kann mich nicht bewegen.
Keine Freunde mehr besucht, aus Angst mich erklären zu müssen.
Ich habe meine Großeltern vernachlässigt und war unglaublich ungerecht zu meiner Familie.
Permanent gereizt, gestresst und schlecht gelaunt.
Ich habe 24/7 ans Essen gedacht aber nicht gegessen.
Ich wurde immer depressiver, weil mein Körper einfach nicht mehr genug Energiereserven hatte. Meine Leistungen wurden schlechter, weil mein Körper im Überlebensmodus war.
Ich habe permanent gegen meinen Körper gearbeitet, bin ans Limit gegangen ohne Rücksicht auf Verluste.
Der erste Wendepunkt:
Irgendwann habe ich gemerkt, so will ich nicht mehr weitermachen. Also bin ich in Recovery gegangen, aber nur für kurze Zeit, denn dann wurde es schlimmer den je.
In meiner Recovery war ich geplagt von permanenten Bauchschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall. Ich konnte nichts mehr in mir behalten.
Ich nahm immer mehr und mehr ab, bis ich so untergewichtig war, dass es schon tödlich war. Ich wog nur noch 30kg und hatte kaum noch Kraft.
Dann kam noch die Diagnose Histaminintoleranz dazu. Kein Arzt konnte mir helfen. Ich wurde ständig weitergeschickt. Mir wurde 20 Mal Blut abgenommen und immer hieß es: "Ist nichts auffällig".
Irgendwann wollte ich auch nicht mehr zum Arzt gehen, weil es mir mehr Stress gemacht hat, als zu helfen.
In dieser Zeit habe ich mich in die Arbeit gestürzt und daran gearbeitet, dass meine Firma vorangeht. Ich habe mich immer weiter überfordert. Zwei Minijobs. Kaum schlaf.
Ich dachte mir: "Wenn ich sterben muss, dann habe ich wenigstens noch was geschafft." (Ich weiß es klingt absurd, aber so war es).
Irgendwann hat mein Körper dann aber ganz klar STOP geschrien.
Als mein Körper STOP sagte:
Mein Darm spielte immer mehr verrückt, ich entwickelte immer mehr Unverträglichkeiten, Angst vor dem Essen und habe am Ende des Tages fast nichts mehr gegessen. Aus Angst vor Nebenwirkungen.
Ein Abend sollte dann entscheiden, ob ich Lebe oder ob mein Körper aufgibt.
Ich hatte einen Darmverschluss. Schmerzen so heftig, dass ich dachte ich sterbe wirklich gleich. Ich hab noch zu meiner Schwester gesagt: "Was ist wenn ich jetzt sterbe?".
Im Krankenhaus konnte mir niemand so wirklich sagen, was los ist.
Bis dann der Oberarzt kam und gesagt hat: "Sie hatten wirklich Glück. Beim nächsten mal werden sie das nicht mehr mitmachen." - dieser Satz hat sich in mein Gehirn gebrannt.
Erst Tage später habe ich erfahren, dass ich nur durch die Abführung noch am Leben bin. Eine OP wäre in meinem Untergewicht tödlich geendet, weil ich nach der Narkose nicht mehr aufgewacht wäre. (bzw. hätte das mein Herz wahrscheinlich nicht mehr mitgemacht)
Nach dem Krankenhausaufenthalt habe ich mich für das Leben entschieden und gegessen. Es war unglaublich schmerzhaft. Ich habe gekämpft wieder zuzunehmen, dass ich im Notfall operiert werden kann.
Mein Blähbauch war extrem und so unglaublich schmerzhaft, dass ich jeden Abend im Bett vor Schmerzen geweint habe.
Aber ich musste da durch für mich.
Ich habe meinen Weg gefunden:
Ich habe experimentiert und am Ende sind genau noch fünf Lebensmittel übrig geblieben, die ich ohne starke Beschwerden essen konnte.
Klingt verrückt – war es auch.
Ich habe mich an diese Lebensmittel geklammert und früh, mittags und abends genau das gegessen. Ein halbes Jahr lang.
Mittlerweile kann ich wieder beschwerdefrei Essen. Nicht perfekt, aber ich habe meine Lebensfreude zurück.
Die Histaminintoleranz bleibt mir als "Andenken" erhalten, aber auch davon lasse ich mich nicht kleinmachen.
Ich habe gelernt, dass das Leben viel zu Wertvoll ist, als ständig immer nur an Nebenwirkungen zu denken.
Zum Schluss: Genau in dieser schwierigen Zeit wurde mir eines klar:
Gesunde Ernährung darf nicht kompliziert sein.
Sie sollte uns unterstützen – nicht einschränken.
Ich wollte Produkte, die natürlich, glutenfrei, ohne Industriezucker, nährstoffreich und alltagstauglich sind.
Produkte, die ich essen könnte, aber auch Familien, Menschen mit Unverträglichkeiten oder alle, die einfach gesünder leben möchten.
Nur gab es diese Produkte nicht.
Also habe ich sie selbst entwickelt.
So entstand Smacado – aus Not, Mut und einer großen Portion Kreativität
Mit meinem Fachabitur im Bereich Gestaltung hatte ich schon immer einen Blick für Ästhetik, Design und Kreativität. Gleichzeitig liebte ich Kochen, Backen und Ernährung.
Und dann kam der Moment, der alles verändert hat:
Ich kombiniere Ernährung + Design und entwickle meine eigenen Backmischungen.
Natürlich. Einfach. Durchdacht.
Frei von Industriezucker. Frei von Gluten.
Reich an Ballaststoffen & Proteinen.
Und mit kurzen Zutatenlisten, die jede*r versteht.
Jede Backmischung habe ich getestet – auch wenn ich sie heute leider nicht mehr essen kann.
Dafür habe ich inzwischen ein tolles Team aus Testesser*innen, die mir ehrliches Feedback geben.
Smacado ist für mich nicht nur ein Produkt.
Smacado ist ein Versprechen, dass gesunde Ernährung nicht teuer, kompliziert oder langweilig sein muss.
Terraluna – mein zweites Herzprojekt
Während Smacado wuchs, merkte ich, wie viel Freude mir das Designen macht.
Mein Logo, meine Etiketten, meine Verpackungen – alles ist von mir selbst gestaltet. Und Menschen fingen an zu fragen:
„Julia, kannst du uns auch ein Logo machen?“
„Kannst du Flyer entwerfen?“
„Kannst du unsere Website gestalten?“
Und so entstand Terraluna Design – ein kleines, kreatives Grafikdesign-Studio mit viel Seele.
Kein KI-Design, kein generischer Look.
Sondern künstlerisch, verspielt, authentisch – ganz ich.
Was mich antreibt
Ich bin kein klassischer „Business-Mensch“.
Ich bin ein Herzmensch. Ein kreativer Kopf. Ein Quatschkopf.
Ich liebe Natur, Sport, Bewegung und ehrliche Arbeit.
Ich möchte zeigen, dass man ohne Ausbildung, ohne perfekten Lebenslauf,
aber mit Leidenschaft, Mut und Neugier etwas Großes aufbauen kann.
Meine Mission:
🌙 Essen wieder nährstoffreich machen.
🌙 Design wieder persönlich machen.
🌙 Und Menschen Mut geben, ihren eigenen Weg zu gehen.
Mein Weg beim Gründerwettbewerb – ein Moment, der alles verändert hat
Einer der prägendsten Momente meiner bisherigen Reise war definitiv der Gründerwettbewerb, an dem ich teilgenommen habe.
Ich erinnere mich noch genau an den Tag meines Pitches:
Ich stand das erste Mal allein auf einer großen Bühne, mit meinen Backmischungen in der Hand, meinem Herzklopfen im Hals und meinem kompletten Traum in drei Minuten zusammengefasst.
Und obwohl ich gerade einmal 19 war, habe ich dort gestanden wie jemand, der weiß, warum er das tut.
✨ Ich bin mit meiner Idee weitergekommen.
✨ Ich durfte meinen Pitch vor Jury & Publikum halten.
✨ Und ich habe so viel positives Feedback bekommen wie noch nie.
Ja – am Ende habe ich nicht gewonnen.
Aber eigentlich doch, denn ich habe etwas Wichtigeres daraus mitgenommen:
Erfahrung. Mut. Selbstvertrauen. Kontakte. Sichtbarkeit.
Und die Erkenntnis: Ich kann das wirklich.
Jeder Auftritt bringt mich weiter.
Jeder Pitch macht mich mutiger.
Jede Erfahrung macht Smacado größer und besser.
🎙️ Ich hatte ein Radiointerview, in dem ich über meine Backmischungen, meine Idee und meinen Weg als junge Gründerin sprechen durfte.
📺 Dann folgte ein kleiner TV-Beitrag, bei dem ich sogar meine Produktion zeigen konnte und erzählen durfte, wieso Smacado entstanden ist.
📰 Und kurze Zeit später erschien ein Zeitungsartikel über mich, meine Vision und meinen ungewöhnlichen Weg in die Selbstständigkeit.
Dass Medien über mich berichten würden, hätte ich mir niemals vorstellen können.
Das hat mir gezeigt:
Meine Geschichte berührt Menschen.
Meine Idee hat Potenzial.
Und ich darf stolz darauf sein, wie weit ich schon gekommen bin.
Seitdem bin ich auf diversen Gründer-Events, Netzwerktreffen und Veranstaltungen unterwegs, pitchte meine Idee, stelle meine Produkte vor und wachse jedes Mal ein Stück über mich hinaus.
Der Gründerwettbewerb war nicht das Ziel.
Er war der Anfang.
Und ich weiß heute:
Ich bin erst ganz am Anfang meiner Reise.